Bluthochdruck: Ab wann sind Werte zu hoch?

Bluthochdruck bleibt oft lange unbemerkt. Viele Menschen fühlen sich trotz erhöhter Werte völlig gesund. Genau deshalb gehört die Blutdruckmessung zu den wichtigsten Untersuchungen in der hausärztlichen Vorsorge.
Von einer arteriellen Hypertonie spricht man in Deutschland in der Regel dann, wenn der Blutdruck bei wiederholten Messungen in der Arztpraxis 140/90 mmHg oder höher liegt. Bei Messungen zu Hause gilt bereits ein Durchschnittswert von 135/85 mmHg oder höher als auffällig. Ein einzelner erhöhter Messwert reicht für die Diagnose jedoch nicht aus.
In unserer Hausarztpraxis in Langenfeld können auffällige Blutdruckwerte kontrolliert und bei Bedarf durch weitere Messungen abgeklärt werden.

Was bedeuten die beiden Blutdruckwerte?
Eine Blutdruckangabe besteht immer aus zwei Zahlen, zum Beispiel 125 zu 80 mmHg.
Der erste Wert ist der systolische Blutdruck. Er zeigt den Druck in den Gefäßen in dem Moment, in dem das Herz Blut in den Kreislauf pumpt. Der zweite Wert, der diastolische Blutdruck, beschreibt den Druck während der Entspannungsphase des Herzens.
Beide Werte sind relevant. Auch wenn nur einer von beiden dauerhaft erhöht ist, kann eine Hypertonie vorliegen.
Ab wann gilt Blutdruck als zu hoch?
Für die Beurteilung kommt es darauf an, wo und wie gemessen wird.
Bei einer korrekten Messung in der Arztpraxis liegt der Grenzwert für Bluthochdruck bei 140/90 mmHg. Bei der Selbstmessung zu Hause liegt er niedriger: Hier gelten durchschnittliche Werte ab 135/85 mmHg als erhöht.
Das hat einen einfachen Grund: In der Praxis sind manche Menschen angespannt oder aufgeregt. Dadurch kann der Blutdruck vorübergehend steigen – der bekannte „Weißkitteleffekt“.
Die europäische ESC-Leitlinie von 2024 bezeichnet Praxiswerte zwischen 120–139 mmHg systolisch oder 70–89 mmHg diastolisch bereits als „erhöhten Blutdruck“. Die eigentliche Diagnose Hypertonie beginnt aber weiterhin bei einem Praxiswert ab 140/90 mmHg.
Reicht eine einzelne hohe Messung aus?
Nein. Der Blutdruck schwankt im Laufe des Tages und reagiert beispielsweise auf Bewegung, Stress, Schlaf, Schmerzen oder Aufregung.
Wird in der Praxis ein auffälliger Wert gemessen, sollte dieser deshalb kontrolliert werden. Die Nationale VersorgungsLeitlinie empfiehlt zur Bestätigung einer vermuteten Hypertonie bevorzugt eine 24-Stunden-Blutdruckmessung. Alternativ können regelmäßige Messungen zu Hause hilfreich sein.
Bei einer 24-Stunden-Messung trägt der Patient ein kleines Messgerät, das den Blutdruck tagsüber und nachts automatisch erfasst. Dadurch entsteht ein deutlich aussagekräftigeres Bild als durch eine einzelne Messung.
Wie misst man den Blutdruck zu Hause richtig?
Auch kleine Messfehler können die Werte beeinflussen. Vor der Messung sollte man deshalb etwa fünf Minuten ruhig sitzen. Während der Messung sollte nicht gesprochen werden. Rücken und Arm sollten entspannt sein, die Füße stehen auf dem Boden und die Manschette befindet sich auf Herzhöhe.
Für eine zuverlässige Einschätzung empfiehlt die Nationale VersorgungsLeitlinie bei der Heimblutdruckmessung zwei aufeinanderfolgende Messungen morgens und abends über mehrere Tage. Entscheidend ist anschließend der Durchschnitt der Werte – nicht ein einzelner Ausreißer.
Wer zu Hause wiederholt Werte von 135/85 mmHg oder höher misst, sollte dies ärztlich abklären lassen.
Warum merkt man Bluthochdruck oft nicht?
Das Schwierige an Bluthochdruck ist, dass er häufig keine eindeutigen Beschwerden verursacht. Man kann über Jahre erhöhte Werte haben, ohne davon etwas zu bemerken.
Unbehandelt belastet ein dauerhaft erhöhter Blutdruck jedoch Gefäße und Organe. Dadurch steigt langfristig unter anderem das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Schlaganfälle und Nierenschäden.
Symptome wie Kopfschmerzen oder Schwindel können zwar vorkommen, eignen sich aber nicht dazu, einen erhöhten Blutdruck zuverlässig zu erkennen oder auszuschließen.
Was passiert, wenn der Blutdruck zu hoch ist?
Die weitere Behandlung richtet sich nicht allein nach einer Zahl. Alter, Begleiterkrankungen und das individuelle Herz-Kreislauf-Risiko spielen ebenfalls eine Rolle.
Zu den möglichen Maßnahmen gehören Veränderungen des Lebensstils – etwa regelmäßige Bewegung, eine ausgewogene Ernährung, ein angemessener Umgang mit Alkohol und gegebenenfalls eine Gewichtsreduktion. Je nach Höhe des Blutdrucks und persönlichem Risiko können zusätzlich Medikamente notwendig sein. Die Nationale VersorgungsLeitlinie empfiehlt, das persönliche Therapieziel gemeinsam mit der Ärztin oder dem Arzt festzulegen.
Ein allgemeiner Zielwert von unter 140/90 mmHg dient dabei als Orientierung. Je nach gesundheitlicher Situation können jedoch individuell andere Zielwerte sinnvoll sein.
Wann sollte man mit hohen Blutdruckwerten zum Arzt?
Wiederholt erhöhte Werte sollten auch dann ärztlich abgeklärt werden, wenn keine Beschwerden bestehen.
Bei sehr hohen Blutdruckwerten in Verbindung mit Beschwerden wie Brustschmerzen, ausgeprägter Atemnot, Lähmungen, Seh- oder Sprachstörungen, Krampfanfällen oder Bewusstlosigkeit kann dagegen ein medizinischer Notfall vorliegen. In diesem Fall sollte der Rettungsdienst unter 112 verständigt werden.
Blutdruck kontrollieren lassen in Langenfeld
Bluthochdruck lässt sich durch regelmäßige Messungen häufig früh erkennen. Die Blutdruckkontrolle gehört deshalb auch zum hausärztlichen Gesundheits-Check-up.
Wenn Sie zu Hause wiederholt erhöhte Werte feststellen oder Ihren Blutdruck einmal genauer überprüfen lassen möchten, sprechen Sie uns gerne an.
In unserer Hausarztpraxis in Langenfeld-Reusrath können wir Ihre Werte kontrollieren und bei Bedarf mit einer Langzeitmessung weiter abklären.



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