Gesundheits-Check-up beim Hausarzt: Was wird untersucht?
- Dr. Axel Ungerland

- 5. Aug.
- 4 Min. Lesezeit
Der Gesundheits-Check-up ist eine Vorsorgeuntersuchung für Erwachsene. Er soll gesundheitliche Risiken früh erkennen und Hinweise auf häufige Erkrankungen wie Bluthochdruck, Typ-2-Diabetes, Fettstoffwechsel- oder Nierenerkrankungen liefern. Der Check-up richtet sich ausdrücklich auch an Menschen, die sich gesund fühlen und keine Beschwerden haben.
Gesetzlich Versicherte von 18 bis 34 Jahren können die Untersuchung einmalig nutzen. Ab dem 35. Geburtstag besteht alle drei Jahre Anspruch auf den Check-up.

Das Wichtigste in Kürze
Von 18 bis 34 Jahren ist der Gesundheits-Check-up einmalig möglich.
Ab 35 Jahren übernimmt die gesetzliche Krankenkasse die Untersuchung alle drei Jahre.
Zum Check-up gehören ein ärztliches Gespräch, eine körperliche Untersuchung, eine Blutdruckmessung und die Kontrolle des Impfstatus.
Ab 35 Jahren werden zusätzlich Blut und Urin untersucht.
Zwischen 18 und 34 Jahren erfolgen Laboruntersuchungen nur bei einem entsprechenden Risikoprofil.
Ab 35 Jahren besteht einmalig Anspruch auf ein Screening auf Hepatitis B und Hepatitis C.
Was ist das Ziel des Gesundheits-Check-ups?
Viele chronische Erkrankungen entwickeln sich zunächst ohne eindeutige Beschwerden. Erhöhter Blutdruck, ungünstige Blutfettwerte oder ein beginnender Typ-2-Diabetes können deshalb längere Zeit unbemerkt bleiben.
Der Check-up soll persönliche Risikofaktoren erfassen und häufige Herz-Kreislauf-, Nieren- und Stoffwechselerkrankungen möglichst früh erkennen. Dabei geht es nicht um einen wahllosen Komplettcheck. Die vorgesehenen Untersuchungen werden durch weitere Diagnostik ergänzt, wenn sich aus dem Gespräch oder dem körperlichen Befund konkrete Hinweise ergeben.
Wie läuft der Gesundheits-Check-up ab?
Ärztliches Gespräch
Am Anfang steht die Anamnese. Dabei sprechen wir über aktuelle Beschwerden, frühere Erkrankungen, regelmäßig eingenommene Medikamente und gesundheitliche Risiken innerhalb der Familie.
Auch Bewegung, Ernährung, Rauchen, Alkoholkonsum, Körpergewicht und anhaltende Belastungen können eine Rolle spielen. Familiäre Häufungen bestimmter Herz-Kreislauf- oder Krebserkrankungen werden ebenfalls berücksichtigt.
Bitte bringen Sie möglichst Ihren Impfpass und eine aktuelle Medikamentenliste mit. Der Impfstatus wird im Rahmen des Check-ups überprüft. Fehlende oder fällige Impfungen können anschließend besprochen werden.
Körperliche Untersuchung
Anschließend folgt eine körperliche Untersuchung. Dazu gehören die Messung des Blutdrucks sowie die Beurteilung verschiedener Organsysteme. Unter anderem können Herz, Lunge, Bauch, Bewegungsapparat, Haut, Nervensystem und Sinnesorgane untersucht werden. Auch Körpergröße und Gewicht werden in der Regel erfasst.
Zeigen sich Auffälligkeiten, können gezielte weitere Untersuchungen oder eine Behandlung folgen.
Welche Blutwerte gehören zum Check-up?
Ab 35 Jahren gehören die Bestimmung der Nüchternplasmaglukose und eines vollständigen Lipidprofils zum regulären Check-up. Das Lipidprofil umfasst Gesamtcholesterin, LDL-Cholesterin, HDL-Cholesterin und Triglyceride. Diese Werte helfen dabei, das persönliche Risiko für Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen besser einzuschätzen.
Bei gesetzlich Versicherten von 18 bis 34 Jahren wird Blut nur untersucht, wenn ein entsprechendes Risikoprofil vorliegt. Dazu können beispielsweise Übergewicht, Bluthochdruck oder familiäre Vorerkrankungen gehören.
Ein großes Blutbild, Schilddrüsenwerte oder Vitaminwerte sind nicht automatisch Bestandteil des gesetzlichen Check-ups. Bestehen Beschwerden oder medizinische Hinweise, können zusätzliche Laboruntersuchungen unabhängig von der Vorsorge sinnvoll sein.
Gehört eine Urinuntersuchung dazu?
Ab 35 Jahren ist eine Urinuntersuchung Bestandteil des Check-ups. Der Teststreifen erfasst Eiweiß, Glukose, rote und weiße Blutkörperchen sowie Nitrit. Auffällige Werte können unter anderem Hinweise auf Erkrankungen der Nieren, der Harnwege oder des Zuckerstoffwechsels geben.
Bei 18- bis 34-Jährigen ist eine routinemäßige Urinuntersuchung im regulären Check-up nicht vorgesehen. Bei Beschwerden oder einem medizinischen Anlass kann sie dennoch unabhängig davon durchgeführt werden.
Muss man zum Check-up nüchtern kommen?
Da ab 35 Jahren die Nüchternplasmaglukose bestimmt wird, sollten Sie bei der Terminvereinbarung fragen, ab wann Sie nichts mehr essen dürfen. Wasser ist meist erlaubt. Medikamente sollten jedoch nicht ohne ärztliche Rücksprache ausgelassen werden.
Bringen Sie bitte Ihren Impfpass, eine aktuelle Medikamentenliste und vorhandene relevante Arztberichte mit. So können bereits bekannte Befunde berücksichtigt und unnötige Doppeluntersuchungen vermieden werden.
Was ist das Hepatitis-Screening ab 35?
Gesetzlich Versicherte ab 35 Jahren haben im Rahmen des Check-ups einmalig Anspruch auf ein Screening auf Hepatitis B und Hepatitis C. Beide Infektionen können über längere Zeit unbemerkt verlaufen und die Leber schädigen. Das Screening soll bislang nicht erkannte Infektionen frühzeitig feststellen.
Ob das Screening bereits durchgeführt wurde, lässt sich anhand der Patientenakte oder gemeinsam mit der Krankenkasse klären.
Gehört die Krebsvorsorge zum Check-up?
Der Gesundheits-Check-up ersetzt keine alters- und geschlechtsspezifischen Krebsfrüherkennungsuntersuchungen. Dazu gehören je nach Alter und Geschlecht beispielsweise Angebote zur Früherkennung von Haut-, Darm-, Brust-, Gebärmutterhals- oder Prostatakrebs.
Das Hautkrebs-Screening kann unter bestimmten Voraussetzungen am selben Termin durchgeführt werden. Männer ab 65 Jahren haben zusätzlich einmalig Anspruch auf eine Ultraschalluntersuchung zur Früherkennung eines Bauchaortenaneurysmas.
Was passiert nach der Untersuchung?
Zum Abschluss besprechen wir die Ergebnisse und das persönliche Risikoprofil. Dabei betrachten wir nicht nur einzelne Messwerte, sondern das Gesamtbild aus Vorgeschichte, körperlicher Untersuchung, Laborwerten und Lebensgewohnheiten.
Je nach Ergebnis können Empfehlungen zu Bewegung, Ernährung, Stressbewältigung oder dem Umgang mit Suchtmitteln sinnvoll sein. Ärztinnen und Ärzte können bei Bedarf auch eine Präventionsempfehlung für geeignete Gesundheitskurse ausstellen. Auffällige Befunde werden gezielt weiter untersucht und behandelt.
Gesundheits-Check-up beim Hausarzt - Häufige Fragen
Kostet der Check-up etwas?
Für gesetzlich Versicherte ist der Check-up innerhalb der vorgesehenen Alters- und Zeitabstände eine Kassenleistung. Zusätzliche Untersuchungen ohne medizinische Indikation können als Selbstzahlerleistung angeboten werden.
Kann ich den Check-up ohne Beschwerden nutzen?
Ja. Die Untersuchung richtet sich gerade auch an Menschen ohne Beschwerden. Ziel ist es, gesundheitliche Risiken und häufige Erkrankungen möglichst früh zu erkennen.
Wird bei jedem Check-up Blut abgenommen?
Ab 35 Jahren gehören Nüchternplasmaglukose und das vollständige Lipidprofil dazu. Zwischen 18 und 34 Jahren erfolgt die Blutuntersuchung nur bei einem entsprechenden Risikoprofil.
Gesundheits-Check-up in Langenfeld-Reusrath
In unserer Hausarztpraxis in Langenfeld führen wir den Gesundheits-Check-up nach den geltenden Vorgaben durch. Dabei betrachten wir Vorerkrankungen, familiäre Risiken, Medikamente, Impfstatus und persönliche Lebensgewohnheiten gemeinsam.
Nach der Untersuchung erklären wir die Ergebnisse verständlich und besprechen, ob weitere Diagnostik, eine Behandlung oder konkrete Vorsorgemaßnahmen sinnvoll sind. Bitte bringen Sie zum Termin Ihren Impfpass und eine aktuelle Medikamentenliste mit.
Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine persönliche ärztliche Beratung.



Kommentare