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Zeckenstich: Was tun und wann sollte man zum Arzt gehen?

  • Autorenbild: Dr. Axel Ungerland
    Dr. Axel Ungerland
  • 13. Juli
  • 5 Min. Lesezeit

Ein Zeckenstich ist zunächst kein Grund zur Sorge. Trotzdem sollte die Zecke möglichst schnell entfernt und die betroffene Hautstelle anschließend einige Wochen beobachtet werden. In den meisten Fällen bleibt ein Stich ohne Folgen. Wichtig ist vor allem, mögliche Veränderungen richtig einzuordnen und zu wissen, bei welchen Beschwerden eine ärztliche Untersuchung sinnvoll ist.


Illustration einer Zecke auf einem Unterarm, die vorsichtig mit einer Pinzette entfernt wird.

Die Zecke möglichst früh und vorsichtig entfernen


Wer eine Zecke auf der Haut entdeckt, sollte sie nicht unnötig lange dort belassen. Für die Entfernung eignet sich eine feine Pinzette, eine Zeckenzange oder eine Zeckenkarte. Das Tier wird möglichst nah an der Haut gegriffen und langsam herausgezogen. Dabei sollte der Körper der Zecke nicht gequetscht werden.

Hausmittel wie Öl, Klebstoff oder Alkohol sind nicht empfehlenswert. Sie erleichtern die Entfernung nicht und können die Zecke zusätzlich reizen. Nach dem Herausziehen kann die kleine Wunde gereinigt und bei Bedarf desinfiziert werden.

Manchmal bleibt ein kleiner Teil des Stechapparats in der Haut zurück. Das sieht zwar unangenehm aus, ist aber meist kein akuter Notfall. Häufig wird der Rest nach einiger Zeit von selbst abgestoßen. Die Stelle sollte dann weiter beobachtet werden. Wird sie stärker rot, schmerzhaft oder entzündet sie sich, ist eine ärztliche Kontrolle sinnvoll.

Hilfreich ist es, sich das Datum des Zeckenstichs zu notieren. Auch ein Foto der Hautstelle kann später nützlich sein. Dadurch lässt sich besser erkennen, ob eine Rötung kleiner wird, gleich bleibt oder sich langsam ausbreitet.


Nicht jede Rötung bedeutet Borreliose


Direkt nach einem Zeckenstich reagiert die Haut häufig mit einer kleinen Rötung oder leichten Schwellung. Manche Menschen bemerken zusätzlich einen geringen Juckreiz. Solche Reaktionen entstehen durch den Stich selbst und klingen meist innerhalb weniger Tage wieder ab.

Aufmerksamer sollte man werden, wenn sich die Hautveränderung erst einige Tage später entwickelt oder zunehmend größer wird. Eine sogenannte Wanderröte kann ein früher Hinweis auf eine Borreliose sein. Häufig breitet sie sich langsam um die ursprüngliche Einstichstelle herum aus. Dabei kann ein roter Ring entstehen, dessen Mitte etwas heller erscheint.


Dieses typische ringförmige Aussehen ist jedoch nicht bei allen Betroffenen zu erkennen. Manchmal zeigt sich lediglich eine gleichmäßige, größer werdende Rötung. Entscheidend ist daher weniger die perfekte Kreisform als die Frage, ob sich die betroffene Fläche über mehrere Tage hinweg ausdehnt.

Wer eine solche Veränderung bemerkt, sollte die Stelle ärztlich untersuchen lassen. Bis zum Termin kann es helfen, die Rötung zu fotografieren oder ihren Rand vorsichtig zu markieren. So lässt sich nachvollziehen, ob und wie schnell sie größer wird.


Wann ist ein Arztbesuch nach einem Zeckenstich sinnvoll?


Nicht jeder Zeckenstich muss automatisch in einer Arztpraxis vorgestellt werden. Wurde das Tier entfernt, bleibt die Haut unauffällig und treten keine weiteren Beschwerden auf, reicht es normalerweise aus, die Stelle weiterhin im Blick zu behalten.

Eine Untersuchung ist dagegen sinnvoll, wenn sich eine größer werdende Rötung entwickelt oder die Einstichstelle ungewöhnlich stark entzündet ist. Auch Fieber, ausgeprägte Müdigkeit, Kopf- und Gliederschmerzen oder geschwollene Lymphknoten können Anlass für eine ärztliche Abklärung sein. Solche Beschwerden müssen nicht zwangsläufig mit dem Zeckenstich zusammenhängen, sollten zeitlich danach aber ernst genommen werden.


Besonders aufmerksam sollte man bei starken Kopfschmerzen, Nackensteife, Lähmungserscheinungen oder anderen neurologischen Auffälligkeiten sein. Diese Beschwerden sind selten, benötigen jedoch eine schnelle medizinische Beurteilung.

Bei Kindern, Schwangeren oder Menschen mit einem geschwächten Immunsystem kann es sinnvoll sein, bereits bei Unsicherheit früher mit der Hausarztpraxis Kontakt aufzunehmen. Das gilt auch dann, wenn die Zecke nur schwer entfernt werden konnte oder unklar ist, wie lange sie bereits in der Haut saß.


Borreliose und FSME werden häufig verwechselt


Im Zusammenhang mit Zeckenstichen fallen meist die Begriffe Borreliose und FSME. Beide Erkrankungen können durch Zecken übertragen werden, haben aber unterschiedliche Ursachen und Verläufe.


Die Borreliose wird durch Bakterien ausgelöst und kann grundsätzlich in ganz Deutschland vorkommen. Da die Übertragung häufig erst nach einer längeren Saugzeit erfolgt, ist die frühzeitige Entfernung der Zecke besonders wichtig. Eine mögliche frühe Auffälligkeit ist die Wanderröte. Daneben können unter anderem Müdigkeit, Fieber oder Gliederschmerzen auftreten.

Nicht jede Borreliose zeigt sich jedoch sofort durch deutliche Beschwerden. Ebenso führt nicht jeder Kontakt mit Borrelien zu einer Erkrankung. Ob eine Behandlung notwendig ist, hängt daher von den Beschwerden, der Hautveränderung und dem ärztlichen Befund ab.


FSME, die Frühsommer-Meningoenzephalitis, wird dagegen durch Viren verursacht. Die Übertragung kann bereits kurz nach dem Stich erfolgen. Viele Infektionen verlaufen ohne erkennbare Symptome. Bei einem Teil der Betroffenen treten zunächst grippeähnliche Beschwerden auf. In seltenen Fällen kann später auch das Nervensystem betroffen sein.

Während es gegen Borreliose keine zugelassene Impfung gibt, kann eine FSME-Impfung vor einer Erkrankung schützen. Sie verhindert jedoch keine Zeckenstiche und bietet auch keinen Schutz vor Borreliose.


Welche Bedeutung hat das FSME-Risiko für Langenfeld?


Nicht alle Regionen Deutschlands gelten als FSME-Risikogebiet. Der Stadtkreis Solingen wird jedoch auch 2026 als solches geführt. Für Menschen aus Langenfeld kann das relevant sein, wenn sie sich dort häufiger im Freien aufhalten, etwa beim Wandern, bei der Gartenarbeit oder bei Spaziergängen.


Zecken leben nicht nur im Wald. Sie kommen auch auf Wiesen, in Parks, in Gärten und in niedrigem Gebüsch vor. Wer regelmäßig in einem ausgewiesenen Risikogebiet unterwegs ist, kann seinen Impfstatus in der Hausarztpraxis überprüfen lassen.

Ob eine FSME-Impfung persönlich sinnvoll ist, hängt unter anderem von den Aufenthaltsorten, den Freizeitgewohnheiten und dem individuellen Risiko ab. Eine Impfung nach einem bereits erfolgten Stich bietet keinen rückwirkenden Schutz vor genau diesem Kontakt. Sie kann jedoch für zukünftige Aufenthalte in Risikogebieten relevant sein.


Ein Zeckentest bringt meist keine klare Antwort


Nach dem Entfernen möchten manche Betroffene wissen, ob die Zecke Krankheitserreger in sich getragen hat. Entsprechende Laboruntersuchungen werden zwar angeboten, liefern für die weitere Entscheidung aber häufig keine eindeutige Grundlage.


Ein positiver Nachweis bedeutet nicht automatisch, dass Erreger auf den Menschen übertragen wurden. Umgekehrt kann ein negatives Ergebnis eine Infektion nicht in jedem Fall sicher ausschließen. Für die ärztliche Einschätzung sind deshalb die Veränderungen der Haut und mögliche Beschwerden wichtiger als die Untersuchung des Tieres.


Auch Antibiotika werden nach einem Zeckenstich normalerweise nicht vorsorglich eingenommen. Ob eine Behandlung infrage kommt, entscheidet sich anhand des konkreten Befunds und nicht allein durch den Stich selbst.


Zeckenstiche lassen sich nicht vollständig verhindern


Ein vollständiger Schutz vor Zecken ist im Alltag kaum möglich. Das Risiko lässt sich jedoch verringern. Lange Hosen, geschlossene Schuhe und bedeckte Haut sind vor allem bei Spaziergängen durch hohes Gras oder Unterholz sinnvoll. Auf heller Kleidung lassen sich Zecken leichter erkennen.


Nach einem Aufenthalt im Grünen sollte der Körper gründlich abgesucht werden. Bevorzugte Stellen sind unter anderem die Kniekehlen, Leisten, Achselhöhlen, der Haaransatz und der Bereich hinter den Ohren. Bei Kindern sollten Kopf und Nacken besonders sorgfältig kontrolliert werden.


Zecken suchen häufig längere Zeit nach einer geeigneten Stelle, bevor sie stechen. Wird das Tier bereits auf der Kleidung oder beim Absuchen der Haut entdeckt, kann ein Stich möglicherweise noch verhindert werden.


Fazit: Beobachten statt in Panik geraten


Nach einem Zeckenstich kommt es vor allem auf drei Dinge an: Die Zecke sollte zeitnah entfernt, die Hautstelle dokumentiert und in den folgenden Wochen beobachtet werden. Eine kleine Rötung direkt nach dem Stich ist häufig harmlos. Wird sie jedoch größer oder treten zusätzliche Beschwerden auf, sollte die Ursache ärztlich abgeklärt werden.


Bei Unsicherheit nach einem Zeckenstich, einer auffälligen Hautveränderung oder Fragen zum FSME-Impfschutz können Sie sich an Ihren Hausarzt Dr. Axel Ungerland in Langenfeld wenden.

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