Starke Hitze: So schützen Sie Ihren Körper an heißen Tagen

Starke Hitze kann den Körper deutlich belasten, vor allem wenn hohe Temperaturen mehrere Tage anhalten und die Nächte kaum Abkühlung bringen. Wer den Tagesablauf anpasst, ausreichend trinkt und erste Beschwerden ernst nimmt, kann gesundheitliche Risiken verringern. Besonders aufmerksam sollten ältere Menschen, kleine Kinder und Personen mit chronischen Erkrankungen sein.

Warum starke Hitze den Körper belastet
Der Körper versucht, seine Temperatur möglichst konstant zu halten. Dafür weiten sich die Blutgefäße in der Haut, und wir beginnen zu schwitzen. Verdunstet der Schweiß, wird Wärme abgegeben. Gleichzeitig verliert der Körper dadurch Flüssigkeit und Mineralstoffe.
Je heißer und schwüler es ist, desto schwerer fällt diese Regulation. Bei hoher Luftfeuchtigkeit verdunstet Schweiß langsamer, sodass seine kühlende Wirkung abnimmt. Auch direkte Sonneneinstrahlung, körperliche Anstrengung und warme Innenräume erhöhen die Belastung.
Besonders anstrengend sind Hitzewellen, bei denen die Temperaturen auch nachts hoch bleiben. Der Körper kann sich dann schlechter erholen. Der Deutsche Wetterdienst berücksichtigt bei seinen Hitzewarnungen deshalb nicht nur die gefühlte Temperatur, sondern auch eine geringe nächtliche Abkühlung in Innenräumen. Eine starke Wärmebelastung liegt nach den Warnkriterien ungefähr ab einer gefühlten Temperatur von 32 Grad vor, eine extreme ab mehr als 38 Grad.
Den Tagesablauf an die Hitze anpassen
An sehr heißen Tagen muss nicht alles im gewohnten Tempo erledigt werden. Einkäufe, Spaziergänge, Sport und Gartenarbeit lassen sich möglichst auf den frühen Morgen oder den späteren Abend verschieben. Zwischen Mittag und spätem Nachmittag ist die Wärmebelastung häufig besonders hoch.
Wer draußen unterwegs sein muss, sollte Schatten suchen, regelmäßige Pausen einlegen und direkte Sonne vermeiden. Helle, luftige Kleidung, eine Kopfbedeckung und geeigneter Sonnenschutz helfen dabei, den Körper nicht zusätzlich aufzuheizen.
Auch körperliche Arbeit in geschlossenen Räumen kann anstrengend werden. Das gilt besonders für Dachgeschosse, Werkstätten, Küchen oder andere Orte, an denen sich Wärme staut. Wenn Schwindel, Schwäche oder Übelkeit auftreten, sollte die Tätigkeit nicht einfach fortgesetzt werden. Der Körper signalisiert damit, dass die Belastung zu groß werden kann.
Sportliche Aktivitäten dürfen bei starker Hitze ruhiger ausfallen oder ganz verschoben werden. Das gilt nicht nur für anstrengendes Training. Auch längere Fahrradtouren oder Gartenarbeit können den Kreislauf belasten, wenn der Körper gleichzeitig versucht, überschüssige Wärme abzugeben.
Regelmäßig trinken, bevor starker Durst entsteht
Durch vermehrtes Schwitzen steigt an heißen Tagen der Flüssigkeitsbedarf. Deshalb ist es sinnvoll, regelmäßig kleinere Mengen zu trinken und nicht erst auf starken Durst zu warten. Wasser, ungesüßte Tees und verdünnte Saftschorlen eignen sich gut.
Für viele gesunde Erwachsene können während einer Hitzewelle etwa zwei bis drei Liter Flüssigkeit über den Tag verteilt eine Orientierung sein. Der persönliche Bedarf hängt allerdings von Körpergröße, Aktivität, Ernährung, Umgebungstemperatur und gesundheitlicher Situation ab.
Menschen mit Herzschwäche, Nierenerkrankungen oder anderen Erkrankungen, bei denen die Trinkmenge begrenzt werden muss, sollten ihre Flüssigkeitszufuhr nicht eigenständig erhöhen. Hier ist eine individuelle Rücksprache mit der behandelnden Praxis sinnvoll.
Kühle Getränke sind an heißen Tagen angenehm. Sie müssen jedoch nicht eiskalt sein. Sehr kalte Getränke können bei empfindlichen Menschen Magenbeschwerden auslösen. Alkohol ist kein geeigneter Durstlöscher und kann Kreislauf und Flüssigkeitshaushalt zusätzlich belasten.
Wer bei Sport oder körperlicher Arbeit stark schwitzt, verliert neben Wasser auch Elektrolyte. Dann können Brühe, normal gesalzene Speisen oder geeignete elektrolythaltige Getränke sinnvoll sein. Menschen mit Bluthochdruck sowie Herz- oder Nierenerkrankungen sollten ihre Salzaufnahme jedoch ebenfalls nicht ohne Rücksprache erhöhen.
Die Wohnung möglichst kühl halten
Eine stark aufgeheizte Wohnung kühlt oft nur langsam wieder ab. Deshalb hilft es, die Wärme tagsüber möglichst draußen zu halten. Fenster, Rollläden und Vorhänge sollten geschlossen werden, sobald es draußen wärmer ist als drinnen. Gelüftet wird am besten am frühen Morgen, spät am Abend oder in der Nacht.
Elektrogeräte geben zusätzliche Wärme ab. Fernseher, Computer, Lampen und andere Geräte können ausgeschaltet werden, wenn sie gerade nicht gebraucht werden. Gibt es in der Wohnung einen deutlich kühleren Raum, kann es sinnvoll sein, sich dort häufiger aufzuhalten oder den Schlafplatz vorübergehend dorthin zu verlegen.
Ventilatoren senken die Raumtemperatur nicht. Durch die bewegte Luft kann Schweiß jedoch leichter verdunsten, was bei mäßig hohen Temperaturen angenehm wirkt. Bei Raumtemperaturen von ungefähr 35 Grad oder mehr stoßen Ventilatoren an ihre Grenzen. Dann kann die warme Luft die Haut nicht mehr ausreichend kühlen und möglicherweise Überhitzung oder Flüssigkeitsverlust fördern. Das ist besonders bei älteren, pflegebedürftigen oder gesundheitlich geschwächten Menschen zu beachten.
Wenn die Wohnung dauerhaft sehr heiß bleibt, kann ein Aufenthalt an einem kühleren Ort entlasten. Dazu können klimatisierte öffentliche Gebäude, kühlere Räume bei Angehörigen oder schattige Außenbereiche gehören.
Den Körper schonend abkühlen
Lauwarme oder angenehm kühle Duschen können helfen, ohne den Kreislauf durch einen plötzlichen Kältereiz unnötig zu belasten. Auch feuchte Tücher im Nacken, an Armen oder Beinen sowie kühle Fußbäder werden häufig als angenehm empfunden.
Kühlakkus oder Eis sollten nicht direkt auf die Haut gelegt werden. Sie können örtliche Kälteschäden verursachen. Werden Kühlhilfen verwendet, gehört immer ein Tuch zwischen Haut und Kühlquelle.
Auch das Essen kann an heißen Tagen angepasst werden. Kleine, leichte Mahlzeiten werden häufig besser vertragen als sehr fettige oder üppige Speisen. Gut geeignet sind beispielsweise wasserreiches Obst und Gemüse, Salate, leichte Suppen oder Milchprodukte. Lebensmittel müssen bei Hitze allerdings besonders sorgfältig gekühlt und hygienisch gelagert werden.
Wer bei Hitze besonders aufmerksam sein sollte
Nicht jeder Mensch kommt mit hohen Temperaturen gleich gut zurecht. Ältere Menschen haben häufig ein schwächer ausgeprägtes Durstgefühl und können Wärme schlechter regulieren. Auch Säuglinge und kleine Kinder sind stärker gefährdet, weil ihr Körper sich schneller aufheizt und sie ihren Flüssigkeitsbedarf nicht selbst zuverlässig ausgleichen können.
Weitere Risikogruppen sind Schwangere, Pflegebedürftige, Menschen mit eingeschränkter Mobilität und Personen mit Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems, der Atemwege oder der Nieren. Hitze kann bestehende Beschwerden verstärken und in Verbindung mit manchen Medikamenten zusätzliche Probleme verursachen.
Bei alleinlebenden älteren oder erkrankten Menschen kann regelmäßiger Kontakt hilfreich sein. Ein kurzer Anruf oder Besuch zeigt, ob genug getrunken wurde, die Wohnung zu warm ist oder gesundheitliche Beschwerden auftreten.
Babys, Kinder, ältere Menschen und Tiere dürfen niemals in einem abgestellten Auto zurückgelassen werden. Auch bei geöffnetem Fenster kann sich der Innenraum innerhalb kurzer Zeit stark aufheizen.
Medikamente bei Hitze nicht selbst verändern
Einige Medikamente können den Flüssigkeitshaushalt, den Blutdruck, die Nierenfunktion oder das Schwitzen beeinflussen. Dazu gehören beispielsweise bestimmte entwässernde Medikamente und einige Mittel gegen Bluthochdruck. Welche Bedeutung das im Einzelfall hat, hängt von der Erkrankung, der Dosierung und weiteren Faktoren ab.
Medikamente dürfen deshalb nicht eigenständig abgesetzt, reduziert oder anders eingenommen werden. Wer regelmäßig Arzneimittel benötigt, kann mit der behandelnden Praxis klären, ob bei einer längeren Hitzewelle besondere Maßnahmen erforderlich sind.
Auch die Lagerung ist wichtig. Medikamente sollten nicht auf der Fensterbank, im direkten Sonnenlicht oder in einem aufgeheizten Auto liegen. Maßgeblich sind die Lagerungshinweise auf der Packung und im Beipackzettel. Nicht jedes Arzneimittel gehört in den Kühlschrank.
Warnzeichen einer Hitzeerschöpfung erkennen
Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit, ungewöhnliche Schwäche, starker Durst, Kreislaufprobleme und ein schneller Puls können darauf hinweisen, dass der Körper durch die Hitze überfordert ist.
Betroffene sollten ihre Tätigkeit unterbrechen und an einen kühlen oder schattigen Ort gebracht werden. Einengende Kleidung kann gelockert werden. Ist die Person wach, ansprechbar und kann sicher schlucken, kann sie langsam Wasser oder ein geeignetes Getränk zu sich nehmen. Feuchte Tücher können zusätzlich beim Abkühlen helfen.
Bessern sich die Beschwerden nicht, werden sie stärker oder ist eine besonders gefährdete Person betroffen, sollte ärztlicher Rat eingeholt werden. Außerhalb der regulären Sprechzeiten ist der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116 117 erreichbar.
Wann starke Hitze zum Notfall wird
Ein Hitzschlag ist ein medizinischer Notfall. Hinweise können eine Körpertemperatur von über 40 Grad, Bewusstseinsstörungen, Verwirrtheit, Krampfanfälle, Kreislaufprobleme, Erbrechen oder ein Zusammenbruch sein. In diesem Fall muss sofort der Notruf 112 gewählt werden.
Bis der Rettungsdienst eintrifft, sollte die betroffene Person an einen kühleren Ort gebracht und von unnötiger Kleidung befreit werden. Der Körper kann vorsichtig mit feuchten Tüchern gekühlt werden. Bewusstlosen oder stark verwirrten Menschen darf nichts zu trinken gegeben werden, da sie sich verschlucken könnten.
Bei Bewusstlosigkeit muss die Atmung kontrolliert werden. Atmet die Person normal, wird sie in die stabile Seitenlage gebracht. Ist keine normale Atmung vorhanden, sind Wiederbelebungsmaßnahmen erforderlich.
Fazit: Bei starker Hitze frühzeitig reagieren
Starke Hitze lässt sich besser bewältigen, wenn der Tagesablauf rechtzeitig angepasst wird. Regelmäßiges Trinken, möglichst kühle Räume, leichtere Mahlzeiten und weniger körperliche Anstrengung entlasten den Körper. Beschwerden wie Schwindel, Übelkeit oder ungewöhnliche Schwäche sollten nicht ignoriert werden.
Menschen mit Vorerkrankungen oder einer regelmäßigen Medikamenteneinnahme sollten persönliche Fragen möglichst vor oder zu Beginn einer Hitzewelle klären. Wenn Sie unsicher sind, wie sich starke Hitze auf Ihre Gesundheit, Ihre Trinkmenge oder Ihre Medikamente auswirkt, können Sie sich an Ihren Hausarzt Dr. Axel Ungerland in Langenfeld wenden.



Starke Hitze ist wirklich nicht zu unterschätzen, deshalb achte ich an heißen Tagen immer darauf, ausreichend Wasser zu trinken und direkte Sonne in der Mittagszeit zu meiden. Solche praktischen Tipps helfen im Alltag oft mehr, als man denkt. Über ein Branchenbuch habe ich außerdem schon einige hilfreiche Adressen gefunden, wenn ich nach Gesundheitsangeboten oder Apotheken in meiner Nähe gesucht habe. Mit der richtigen Vorbereitung lassen sich heiße Tage deutlich angenehmer überstehen. Vielen Dank für die nützlichen Hinweise in diesem Beitrag.